
Die Theater-Gruppe des Dorf- und Kulturladen Lich-Eberstadt e.V. präsentiert ihr neues Stück:
„Zeitreise 1926 / Das Drama von Hofgut Ebersruh„
als Interaktives Immersionstheater
Das Stück wurde von der Theatergruppe Eberstadt – mit allen Figuren, Lebensgeschichten und dramatischen Verstrickungen – eigenständig über die letzten Monate entwickelt.
Termine: Freitag, 06. März und Samstag, 07. März 2026
Einlass: 18.30 Uhr
Spielzeit: 19.00 bis 22.00 Uhr
Preis: 12,- € im vor Ort Vorverkauf, 13,- € als Online-Bestellung
Ort: großer Saal im Dorfgemeinschaftshaus
Kartenverkauf: ab 01.02.26 im Dorfladen, Salon Müll, Landhandel Diehl, Optik Dammann in Lich oder per E-Mail und paypal-Überweisung an theater@dorfladen-eberstadt.de
Passende Kleidung für das Jahr 1926 ist nicht erforderlich, aber gerne gesehen.
Was ist „Interaktives Immersionstheater“?
Immersionstheater löst die Distanz zwischen Schauspieler:innen und Publikum auf. Es gibt keine Bühne, sondern die Schauspieler:innen und das Publikum bewegen sich frei im Raum. Die Erzählung der Geschichte erfolgt weder linear noch für das gesamte Publikum parallel. Jede und Jeder entdeckt im persönlichen Gespräch mit den Figuren die Geschichte auf einzigartige Weise. Die Reihenfolge der Begegnungen ist dabei unwichtig.
In unserem Falle wird das Freie Erkunden durch sechs kurze Zwischenszenen und ein Finale begleitet. Hier werden spannende Details und persönliche Dramen für alle Lautstark enthüllt.
Das erwartet Sie:
- Eine Zeitreise ins Jahr 1926 mit interessanten Figuren, die aus Ihrer Zeit und Ihrem Leben berichten.
- Unterhaltsame Angebote der Figuren, die typisch für die 1920er Jahre sind und einen kurzweiligen Abend versprechen. Z.B. ein kleines Kartenspiel mit einem echten Schlitzohr, okkulte Vorhersagen, Besorgungen im Bauchladen oder medizinische Beratung zu allerlei Leiden.
- Eine dramatische Geschichte um das ehemalige Hofgut Ebersruh
- Das gemütliche Flair einer Dorfkneipe mit Snacks und Getränken
Das Stück – „Zeitreise 1926 – Das Drama von Hofgut Ebersruh“
Wir befinden uns im Jahr 1926 in der gut besuchten Dorfkneipe Eberstadts. 1926 ist eine Zeit des Umbruchs, der Erneuerung und auch der bewussten Verdrängung von Problemen und des ungezügelten Spaßes. Denn die letzten Jahre waren sehr bewegt:
1871 wurde das deutsche Kaiserreich mit Kaiser Wilhelm I und Reichskanzler Otto von Bismarck ausgerufen. Dieses endete schließlich mit der Abdankung Kaiser Wilhelm II zusammen mit dem Weltkrieg 1918. Deutschland wird zur parlamentarischen Demokratie mit Frauenwahlrecht. Die Weimarer Republik arbeitet an der Enteignung der Fürsten, schließt Freundschaftsverträge und wird in den Völkerbund aufgenommen. 1923 stürzt eine Inflation immensen Ausmaßes die Menschen in heftige Bedrängnis. Doch nach der Währungsreform tritt Stabilität ein und die goldenen Zwanziger Jahre beginnen – mit Musik und Tanz, Kunst und Literatur und wirtschaftlichen Aufschwung.
Auch an dem Hofgut Ebersruh sind diese bewegten Zeiten nicht spurlos vorbeigegangen. Seinerzeit das größte und wohlhabendste Hofgut der Region mit internationalen Verbindungen der Adelsfamilie von Ebersruh in die besten Häuser. Nun erinnern nur noch abgebrannte Ruinen an das einst so hochherrschaftliche Anwesen.
Der einzige Sohn der Familie Joseph Richard fiel 1918 im Weltkrieg. Die Tochter Auguste Frederike verschwand 1923 urplötzlich und wurde seither nicht mehr gesehen. Von der jüngsten Tochter Luise Magarete – kurz vor dem Weltkrieg zur Tante nach England für eine angemessene Ausbildung und mit Hoffnung auf eine gute Partie geschickt – hat niemand mehr etwas vernommen. Der Hausherr Heinrich Ludwig von Ebersruh wurde 1923 zu Grabe getragen und die Dame des Hauses, Elisabeth Ottilie von Ebersruh ereilte nur wenige Monate später ein viel zu früher Tod. Die Dienerschaft verließ das Anwesen Stück für Stück. Bis zuletzt nur die treue Mamsell – hoffnungsvoll wartend auf Nachrichten von den Töchtern – schließlich die Tore verschloss. Und dann sah man eines Tages – kurz vor Sonnenaufgang – einen hellen Schein. Das Hofgut von Ebersruh brannte lichterloh. Dies ist nun fast zwei Jahre her.
Heute Abend wurden alle Anwesenden anonym eingeladen noch einmal den Glanz der vergangenen Tage aufleben zu lassen und der Familie zu gedenken. Doch wer hat die Einladungen verschickt? Warum wurden die Anwesenden ausgewählt? Gibt es ungeklärte Umstände zu den tragischen Ereignissen von Hofgut Ebersruh?
Felizitas Schulz
