Talk mit Schauspieler Lars Hoppe

Foto: Tobías Neumann

Midde in de Woch‘ : Bühne frei!
Ein Talk-Abend mit einer wandelbaren Persönlichkeit von nebenan –
mit Lars Hoppe kommt ein echter Schauspieler in den Dorfladen.
Von den Traaser Schausteckern bis zur Schauspielschule Mainz und zurück, vom Sommernachtstraum bis zum Kurzfilm – Lars Hoppe aus Trais-Münzenberg hat in kurzer Zeit eine Menge erlebt. Und noch mehr zu erzählen.
Der junge Schauspieler, der mit dem Jurypreis des Kurzfilmwettbewerbs „Klappe!“ beim Filmfest Bremen ausgezeichnet wurde, sitzt an diesem Abend bei Moderator Christian Schulz im Gespräch: über Rollen, die unter die Haut gehen, über den Unterschied zwischen Klamauk und ernstem Charakterfach, über Probenraum-Realität und die Frage, was einen eigentlich antreibt, wenn man sich Abend für Abend für andere Menschen häutet.
Was bringt einen aus der Wetterau auf die Leinwand? Wie formt man eine Figur – und wie formt sie einen zurück? Wir fragen nach, hören zu, und lassen Raum für das, was sich nicht planen lässt.
Moderation: Christian Schulz
Eintritt: 8 € (incl. Überraschungssuppe).
Anmeldung und Reservierung erforderlich – im Dorfladen während der Öffnungszeiten, oder mail an events@dorfladen-eberstadt.de
Hopp Hopp: Ein junges Talent nimmt Kurs auf die große Bühne
Lars Hoppe hat sich seinen Weg ins Theater mit eiserne Willen erkämpft – und begeistert mit Tiefgang und Leichtigkeit zugleich. Wer Lars beim Erzählen zuhört, merkt schnell: Dieser junge Mann brennt für seinen Beruf. Beim Talkabend im Dorf- und Kulturladen gewährte der frisch ausgebildete Schauspieler mit besonderer Mimik einen offenen Einblick in die Welt hinter den Kulissen – von der ersten Bewerbung bis zum Abschlussstück. Schauspiel lernt man nicht über Nacht. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt bewarben sich rund 250 Kandidaten um 8 bis 10 Studienplätze. Lars schied in der ersten Runde aus – ein Erlebnis, das ihn, wie er schmunzelnd einräumte, „zurück auf den Erdboden holte“. Den entscheidenden Hinweis auf die Schauspielschule Mainz gab eine Bekannte. Was ihn dort überzeugte war das Aufnahmekonzept. Ein zweitägiger Workshop, bei dem Interessierte gemeinsam mit echten Dozenten arbeiten und zeigen konnten, wie sie auf Regieanweisungen reagieren. Er hat die Dozenten von sich überzeugt, bekam ein Angebot und packte es an. Die Ausbildung war anspruchsvoll: Schauspiel, Gesang, Improvisation, Monologe, Szenenarbeit – Jahr für Jahr bewertet und gesteigert. Besonders lebendig schilderte Hoppe die wöchentliche „Open Class“, in der Improvisationsübungen Spontanität und Präsenz schulten. Tief in Erinnerung geblieben ist ihm ein früher Auftritt noch vor der Ausbildung, aus der Schulzeit an der Gesamtschule Hungen: Texte über Erfahrungen in Theresienstadt, gespielt auf dem jüdischen Friedhof, im strömenden Regen, im November. „Ich fand es eine sehr tolle Erfahrung“, sagte er ruhig – und man glaubte ihm sofort. Besonders aufschlussreich war Hoppes Erklärung der Schauspiel-Technik der „Substitution“: Um starke Emotionen glaubwürdig zu verkörpern, greift ein Schauspieler auf eigene Erlebnisse zurück, die emotional verwandt sind – auch wenn sie inhaltlich nichts damit zu tun haben. Die zerbrochene Lieblingstasse als Tor zu echter Trauer. Das klingt banal, trifft aber den Kern guter Schauspielkunst: Wahrheit, nicht Imitation. Einen besonderen Moment lieferte Lars Hoppe, als er die Runde kurzerhand in eine Einheit progressiver Muskelentspannung führte – von den Füßen bis ins Gesicht, Anspannen und Loslassen. Das Publikum saß danach merklich entspannter in den Stühlen – pünktlich zur Pause, in der seine Leibspeise auf alle wartete: eine Pilzsuppe. Der Höhepunkt das Abendbrot war aber zweifellos sein energischer Monolog aus Macbeth. Eine Glanzstunde im Dorfladen.


